Artikel 3 des Grundgesetzes besagt: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Ob Männer und Frauen heutzutage tatsächlich gleichberechtigt sind, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Ganz klar geht aus diesem Gesetzestext jedoch eines hervor: Die Gesellschaft basiert noch immer auf einer klaren Geschlechterzuordnung, welche die Grundlage für jegliche Rollenverteilungen bildet. Jungs spielen mit Autos, machen Karriere, sind die Ernährer, während Mädchen sich mit Puppen beschäftigen, Hausfrau und Mutter werden und primär häusliche Attribute zugewiesen bekommen. Man könnte also konstatieren, dass unsere Gesellschaft geschlechtskonstituierend wirkt.
Während „männlich“ und „weiblich“ in erster Linie Begrifflichkeiten sind, die biologische Eigenschaften beschreiben, wirken sie darüber hinaus allerdings auch als soziale Einflüsse. Wie oben beschrieben, werden mit biologischen Faktoren soziale Aspekte verknüpft, Stereotypen konstruiert. Wer aus diesen Mustern ausbricht, erweckt Aufmerksamkeit, fällt auf und stößt an. Männer, die Elternzeit nehmen, gelten als weich, Frauen, die ihre Karriere im Blick haben, als maskulin. Das Leben eines Einzelnen ist also durchaus in einem gewissen Maße fremdbestimmt.
Die Aktionstage 2010 wollen Inhalte wie Sexismus und Homophobie in den Fokus rücken, Probleme thematisieren und Missstände ansprechen. Begrüßt werden Initiativen, die sich an sämtlichen deutschen Hochschulen beteiligen wollen. Wie die lokale Aktion aussehen kann, liegt voll und ganz in den Händen der Organisatoren – von Vortrag über Lesung oder Konzert ist alles denkbar. Gern unterstützt der fzs euch auch bei der Themensuche oder greift helfend unter die Arme, wenn es um die Planung der Aktionstage geht.

