Meves hält nur wenig vom Sexualkundeunterricht an Schulen, da Sexualität „wie bei Tieren“ ein Triebgeschehen sei, welches keinerlei Erklärungen bedürfe. Sie spricht sich darüber hinaus dezidiert gegen die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen zum Thema Homosexualität in den Schulen aus. „Wenn erst Homokunde in den Schule erfolgreich ‚flächendeckend’ eingeführt ist, können wir damit rechnen, dass noch mehr Jungen und Mädchen unter der jetzt bereits zusammengeschmolzenen Schar der Jugendlichen in der normalen, entwicklungsbedingten homoerotischen Phase stecken bleiben.“ Immer wieder suggeriert Christa Meves, Homosexualität sei das Symptom einer Krankheit. Doch auch noch weitere, wenig zeitgemäße Ansichten füllen ihre Titel: „Die Frau hat von ihrer biologischen Aufgabe her ein natürliches Bedürfnis nach Unterwerfung, der Mann nach Eroberung und Beherrschung.“ In einer aufgeklärten und gleichberechtigten Gesellschaft, wie wir sie im 20. und 21. Jahrhundert leben (wollen), scheint nur wenig Raum für solch konservative Weltanschauungen. Klaus Reblin (Hauptpastor St. Katharinen zu Hamburg) veröffentlichte bereits im Jahr 1976 ein Statement, welches die Berechtigung von Meves’ Publikationen in Frage stellte: „Für wen schreibt diese evangelische Frau? Nach allem, was ich von Meves gelesen habe, können es nur Menschen voller Ressentiments gegenüber der Moderne sein. Menschen, die eine Bestätigung ihrer Vorurteile gegenüber allem Neuen brauchen – schwarz auf weiß.“
In Anbetracht dessen verurteilt das neu gegründete Aktionsbündnis für Solidarität gegen Schwulen-, Lesben- und Transfeindlichkeit den Auftritt von Meves. Sub-Berater Christopher Knoll konstatiert: „Gerade in Zeiten steigender Diskriminierung und Übergriffe gegen Lesben, Schwule und Transgender ist der Auftritt einer christlichen Hasspredigerin, die seit Jahrzehnten Homosexualität bekämpft [...] zu verdammen. Der christlichen Kultur sind in der Tat christlichere Botschafter zu wünschen.“

